Die Menschen müssen mit einbezogen werden – Treffen mit der Göttiner Bürgerinitiative am 12.04.2022

In meiner Wahlkreiswoche besuchte ich am Dienstag, den 12. April, die Göttiner Bürgerinitiative Naturnahe Orts- und Stadtteile e.V.. Begleitet wurde ich vom SPD-Stadtverordneten und Regionalrat Ralf Holzschuher. Für den Verein waren Robert Thiele, Nico Seeger und Uwe Gutzke anwesend.

Bei dem Treffen im Paterdammer Wald informierte ich mich über die Aktivitäten des Vereins, der unter anderem gegen ein touristisches Großprojekt auf den Rieselfeldern bei Wendgräben kämpft.
Hauptgrund des Informationsbesuches war ein weiteres Großvorhaben: Ein möglicher „industrieller Vorsorgestandort“ in den Wäldern nördlich und südlich der A2 zwischen Paterdamm und Krahne. Hier sieht der Entwurf des neuen Regionalplanes eine ca. 400ha große Fläche vor, auf der industrielle Großbetriebe angesiedelt werden könnten. Das Areal wäre mehr als dreimal so groß wie die aktuell vom Tesla-Werk in Grünheide beanspruchte Fläche.

Die Vertreter der Bürgerinitiative betonten, dass sie grundsätzlich eine industrielle Entwicklung der Region unterstützen, aber den Standort für falsch halten. Es sei in Zeiten des Klimawandels unverantwortlich, für ein Bauvorhaben bis zu 3,5 Millionen Bäume zu fällen. Kritisiert wurde auch, dass die Öffentlichkeit bisher nicht in die Diskussionen einbezogen worden sei.

Das Engagement der Göttiner Bürgerinitiative hat mich beeindruckt. Ich habe eine sehr sachliche und kompetente Darstellung der Pläne erlebt. Es ist unverzichtbar, die Menschen bei Großprojekten frühzeitig mit einzubeziehen. Ein großes Industriegebiet in den Waldgebieten südlich der Stadt Brandenburg hätte erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Region. Wichtig sind nun konkrete Informationen und eine Diskussion unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Bedenken aus der Bürgerschaft müssen sehr ernst genommen werden. Wer glaubt, gute Argumente zu haben, darf eine kritische Diskussion nicht scheuen.

Auch Ralf Holzschuher erwartet klare Informationen von der Stadtverwaltung: „Es gibt zahlreiche offene Fragen zum Standort. Ein Problem ist der fehlende Bahnanschluss. Es ist für mich klima- und verkehrspolitisch undenkbar, einen großen Industriestandort ohne Bahnanbindung für Pendler und Warentransport zu schaffen.“